Holzbau

Heute geht es beim Holzschutz um die Sicherheit statisch beanspruchter Konstruktionen nach der Bauordnung und den einschlägigen Regelwerken oder den Erhalt der Funktionstüchtigkeit (z.B. bei Holzfenstern) oder die Verhinderung optischer Beeinträchtigungen (z.B. durch Verblauung) oder um Werterhaltung (z.B. an Giebelverschalungen) oder um Vermeidung unerwünschter Rissbildungen.

 

Unter »Schutz des Holzes« verstehen wir heute den Schutz vor:
 

  • holzverfärbenden Pilzen, hervorgerufen durch Bläue-Pilze

  • holzzerstörenden Pilzen (Nass- und Hausfäulen: sie bauen Lignin und Zellulose ab und zerstören das Holz physisch)

  • Hausschwämme (echter Hausschwamm, Warzenschwamm, etc.)

  • holzschädigenden Insekten (Holzwespe, Scheibenböcke etc.)

  • holzzerstörenden Insekten wie Hausbock, Nagekäfer zerstören das Holz physisch bis zur Pulverisierung

  • hohen Temperaturen (bei ständigen Temperaturen über + 60 °C verdampft freies Wasser und die Festigkeit lässt nach; über + 100 °C werden flüchtige Bestandteile wie Harze, Wachse, Fette ausgetrieben und es beginnt die Pyrolyse) Feuer: bei etwa 230 °C entflammt das Holz nach Fremdzündung und mit zunehmender Temperatur brennt es ohne Energiezufuhr; das Verhalten von Holz im Brandfall ist gut.

  • unzulässigen Rissen (je nach Lage, Tiefe und Breite der Risse und Art der Beanspruchung des Bauteils können Risse statische Auswirkungen haben oder optisch beeinträchtigen)

  • physischen Schädigungen (hervorgerufen durch Überlastungen oder regelwidrige Eingriffe)

  • Wertminderung (kann hervorgerufen werden durch Witterung, UV-Strahlung bzw. Verfärbung durch Schimmelbewuchs)

 

Neben dem regelwidrigen Umgang mit dem Holz ist es Wasser, das die übrigen Mängel und Schäden überhaupt erst ermöglicht. Holzzerstörende Pilze benötigen Holzfeuchte über längere Zeit erheblich oberhalb u = 20 %; Trockenes Holz kann demzufolge nicht befallen werden. Holzschädigende Insekten gehen nur in frisches Holz, trockenes Holz wird nicht angenommen. Holzzerstörende Insekten, zum Beispiel der Gewöhnliche Nagekäfer befallen kein Holz unterhalb u = 9 % (ausgenommen der Hausbock). Holz schwindet (reisst) nicht unterhalb dem Ausgleichsfeuchtesatz am Einbauort.